27.10.2017

Galibos Arthrose-Hausmittel

 

Nahezu jeder Besitzer eines älteren Pferdes wird früher oder später damit in Berührung kommen: die Rede ist von Arthrose, einer schmerzhaften Veränderung der Gelenke, erhöhtem Gelenkverschleiß oder Entzündungen in den Gelenken. 

 

 

Eine aktive Arthrose lässt sich zwar nicht stoppen, aber durchaus sinnvoll therapieren, um die Beschwerden in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Während schwere oder akute Fälle von Arthrose unbedingt in Behandlung von Tierärzten oder spezialisierten Therapeuten gehören, kann man als Besitzer bei nachgewiesenen leichteren Fällen sehr gut ebenfalls selbst unterstützend wirken.

 

 

Einer der wichtigsten Bausteine überhaupt ist dabei eine sinnvolle, angepasste Gymnastizierung und Kräftigung von Muskulatur, Sehnen und Bändern unter dem Sattel oder an der Hand (sehr geeignet ist hier z. B. auch die Equikinetic)... Sowie überhaupt wie immer in der Pferdehaltung natürlich eines: Bewegung, Bewegung, Bewegung, und dies nicht nur im Training mit dem Menschen, sondern möglichst ganztägig nach freien Stücken in der Herde - dies ist nicht nur für das Sozialleben und die Psyche gut!

 

 

Als weiterer entscheidender Baustein in der begleitenden Behandlung von Arthrose können komplexe und hochwertige Gelenknahrungen dienen. Spezielle entzündungshemmende, natürliche Stoffe wie z. B. die Teufelskralle oder Brennessel, und Stoffe für den Kollagenaufbau und mit Knorpelbestandteilen, wie z. B. Glucosamin oder MSM, können bei Arthrose unterstützend wirken und sind daher sehr gut zu kombinieren. 

 

 

Dabei müssen diese komplexen Nahrungsergänzungen nicht mal teuer sein. Wir haben uns dazu eine Vielzahl der bekanntesten, im deutschsprachigen Raum erhältlichen Mittel angeschaut und auf deren Inhaltsstoffe und Dosierungen verglichen. Natürlich kann man auch eine der (häufig recht teuren) Komplettlösungen auf dem Markt kaufen, ich habe mich letztendlich dazu entschieden, eine auf uns angepasste Lösung wesentlich preisgünstiger selbst zusammenzustellen - die Einzelkomponenten sind dabei ganz einfach im Internet (z. B. bei www.makana.de) zu beziehen. Da mein mittlerweile 25-jähriger Araber Galibo ebenfalls recht schwerfuttrig ist, mische ich für ihn alles mit eingeweichten Luzernecobs, diese Mischung frisst der ansonsten ziemlich pingelige Galibo sehr gern. :-)

 

 

 

Aufgrund der großen Nachfrage hier nun unser “Hausrezept“:

 

 

700 g Luzernecobs, in Wasser einweichen gemäß Herstellerangabe

           (alternativ Luzernehäcksel)

 

10 g getrocknete Brennesselblätter

 

8 g Teufelskralle

 

4 g MSM

 

8 g Glucosamin

 

3 St. Hagebutten

 

2-3 g Grünlippmuschel

 

10 g Weihrauch

 

 

Es empfiehlt sich, die Teufelskralle, MSM und Grünlippmuschel aufgrund des eigentümlichen Geschmacks ggf. langsam zu steigern, bis das Pferd sich daran gewöhnt. Bei weniger schwerfuttrigen Pferden lassen sich die Luzernecobs (hoher Anteil an hochwertigem Eiweiß, ß-Carotin, Vitaminen und Mineralstoffen) selbstverständlich auch gegen weniger energiehaltige Heucobs oder eine beliebige andere Grundsubstanz austauschen. Unser Ergebnis war jedoch beeindruckend: mein “alter Herr“ hat nach rund vier Wochen deutlich mehr Bewegungsfreude gezeigt (bis dahin war er zum Beginn der Arbeit meist sehr steif), und auch dem einen oder anderen ausgelassenem Galopp oder Spiel auf der Weide ist er nun nicht mehr abgeneigt... Und was will man denn als Besitzer eines wohlverdienten (Un)Ruhestandpferdes mehr?! :-) Mittlerweile haben sich schon eine Anzahl von Pferden aus dem Kunden- und oder Freundeskreis in die Versuchsreihe eingereiht, und ich bin schon sehr gespannt auf deren Ergebnisse.

 

 

Ich weise nochmals ausdrücklich darauf hin, dass ich weder Therapeut oder Tierarzt bin (und im Zweifelsfall sollte ein solcher stets hinzugezogen werden). Ich ziehe jedoch die von mir geschilderten Erfahrungen aus meiner Tätigkeit als Ausbilder (insbesondere im Reha-oder Aufbau-Bereich) und als Pferdebesitzer. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass kleinere Anpassungen in der Rezeptur natürlich jederzeit möglich sind. Selbstverständlich ist auch eine Kombination mit anderen natürlichen und frei zugänglichen Präparaten (z. B. Bierhefe o. ä.) möglich. 

 

 

Bei weiteren Fragen könnt Ihr mich gerne kontaktieren - ich freue mich auf Eure Erfahrungen, und wünsche Euch und Euren Pferden alles Gute! :-)